3D-gedrucktes Spielzeug verkaufen ist nicht einfach – Tests, Sicherheit & Verantwortung

3D-Druck Spielzeug Sicherheit, Tests und Verantwortung bei ProtoPlot3D Schweiz

Auf Märkten, in Online-Shops und auf Social Media sieht man immer mehr 3D-gedruckte Drachen, Dinosaurier, Tiere und bewegliche Figuren.

Sie sehen süss aus. Sie bewegen sich. Sie werden von Kindern geliebt. Und sie werden teilweise für wenige Franken verkauft.

Was man dabei nicht sieht:

Welche Prüfungen wurden gemacht? Welche Materialien wurden dokumentiert? Gibt es eine Risikobeurteilung? Wurde das fertige Produkt überhaupt als Spielzeug betrachtet?

Genau hier beginnt für uns bei ProtoPlot3D der Unterschied zwischen «Ich kann etwas drucken» und «Ich kann dieses Produkt verantwortungsvoll als Spielzeug verkaufen».

Billigimporte: günstig bedeutet nicht automatisch konform

Bei sehr günstigen Produkten aus internationalen Online-Shops und Marktplätzen ist Vorsicht angebracht.

Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen weist ausdrücklich darauf hin, dass bei Händlern ausserhalb der Schweiz und der EU Produkte angeboten werden können, die nicht den Schweizer Sicherheitsanforderungen entsprechen. Das BLV schreibt zudem, dass Spielwaren aus ausländischen Onlineshops oft nicht die Schweizer Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Das bedeutet nicht: Alles aus China oder aus dem Ausland ist schlecht.

Ein chinesischer Hersteller kann hervorragend und vollständig konform produzieren. Ein Schweizer Verkäufer kann genauso Fehler machen.

Entscheidend ist nicht das Herkunftsland, sondern die Frage: Wurden die für das Produkt geltenden Anforderungen tatsächlich erfüllt?

Informationen des BLV zur Spielzeugsicherheit

Auch der Verkauf auf einem Markt ändert nichts

Ein häufiger Irrtum lautet:

«Ich verkaufe nur ein paar Figuren am Weihnachtsmarkt.»

Oder:

«Ich mache das nur nebenbei.»

Die Sicherheitsanforderungen verschwinden nicht dadurch, dass ein Produkt auf einem Marktstand, über Instagram, Etsy, Facebook oder in einem kleinen Laden verkauft wird.

Das BLV nennt klare Pflichten für Hersteller, Importeure und Händler. Dazu gehören unter anderem Produktsicherheitsanforderungen, Prüfungen, Produktinformationen, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit.

«Dann nenne ich es einfach Sammelfigur»

Auch das ist kein automatischer Freipass.

Eine bewegliche, kindlich gestaltete Figur wird nicht allein dadurch zu einem Sammlerprodukt, dass irgendwo «14+», «Deko» oder «Sammelfigur» steht.

Die europäischen Spielzeugregeln kennen zwar eine Ausnahme für bestimmte Sammlerprodukte. Voraussetzung ist unter anderem ein sichtbarer und leserlicher Hinweis, dass das Produkt für Sammler ab 14 Jahren bestimmt ist. Als typische Beispiele nennt die Regelung unter anderem detaillierte massstabgetreue Modelle, Bausätze solcher Modelle, bestimmte Dekorationspuppen und historische Repliken.

Das bedeutet: Ein beliebiges bewegliches Fantasy-Tier wird nicht automatisch dadurch zum Sammlerobjekt, dass man einen 14+-Aufkleber auf die Verpackung klebt.

EU-Spielzeugrichtlinie und Sammler-Ausnahmen

Eine schöne STL-Datei ist noch kein geprüftes Spielzeug

Eine STL-Datei kann technisch hervorragend konstruiert sein. Ein Drache kann sich perfekt bewegen. Ein Dinosaurier kann fantastisch aussehen.

Trotzdem sagt das alleine noch nichts darüber aus, ob das fertige Produkt als Spielzeug ausreichend beurteilt wurde.

Entscheidend ist das fertige Produkt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Abmessungen und mögliche Kleinteile
  • bewegliche Teile und Gelenke
  • Kanten und Spitzen
  • mechanische Belastbarkeit
  • verwendete Materialien und Farben
  • vorgesehene Altersgruppe
  • vorhersehbare Verwendung durch Kinder

Deshalb reicht es nicht zu sagen: «Das Filament hat einen Nachweis, also ist das Spielzeug sicher.»

EN 71-3 beim Filament ist wichtig – aber nicht die ganze Geschichte

Materialnachweise sind ein wichtiger Teil der Dokumentation.

Bei unseren Spielwaren achten wir deshalb besonders darauf, welche Materialien wir verwenden. Dafür setzen wir ausschliesslich Filamente ein, für die entsprechende Material- und Prüfnachweise vorliegen und die nach EN 71-3 geprüft wurden.

Aber auch ein Materialnachweis macht aus einem fertigen Produkt nicht automatisch ein ausreichend beurteiltes Spielzeug.

Das fertige Produkt muss als Ganzes betrachtet werden.

Warum mechanische Prüfungen wichtig sind

Bei beweglichen 3D-Druck-Figuren ist das besonders relevant.

Unsere ProtoDrachen, Dinosaurier und Tierfiguren bestehen teilweise aus vielen beweglichen Segmenten. Genau das macht sie spannend – bedeutet aber auch, dass mechanische Belastungen betrachtet werden müssen.

  • Was passiert, wenn an einem Teil gezogen wird?
  • Kann etwas abbrechen?
  • Entstehen dadurch verschluckbare Kleinteile?
  • Gibt es scharfe Kanten oder Spitzen?
  • Wie verhalten sich Gelenke unter Belastung?

Für ProtoPlot3D wurden entsprechende mechanische Prüfungen nach EN 71-1 durchgeführt.

Eine Risikobeurteilung gehört ebenfalls dazu

Tests alleine beantworten nicht jede Frage.

Darum gehört zur verantwortungsvollen Produktentwicklung auch eine Risikobeurteilung. Dabei wird systematisch betrachtet, welche Gefahren von einem Produkt ausgehen könnten und wie mit diesen Risiken umgegangen wird.

Für ProtoPlot3D liegen entsprechende Risikobeurteilungen vor.

Damit wird nicht einfach nur gefragt: «Ist bisher etwas passiert?»

Sondern: «Was könnte bei normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung passieren?»

CE bedeutet Verantwortung – nicht einfach einen Aufkleber

Auch beim Thema CE gibt es viele Missverständnisse.

CE ist kein Qualitätssiegel, das man einfach kauft und anschliessend auf jedes Produkt klebt.

Bei Produkten, die unter die entsprechenden europäischen Spielzeugregeln fallen, steht die Kennzeichnung im Zusammenhang mit der Konformitätsbewertung und den erforderlichen Unterlagen.

Darum ist der Satz «Ich mache einfach CE drauf» keine Lösung.

Hinter der Konformität müssen die für das Produkt erforderlichen Bewertungen, Nachweise und Unterlagen stehen.

Was ProtoPlot3D konkret gemacht hat

Für uns war irgendwann klar: Wenn wir unsere entsprechend gekennzeichneten Figuren als Spielzeug verkaufen wollen, reicht es nicht, dass sie schön aussehen.

Deshalb haben wir Zeit und Geld in das Thema investiert.

Je nach Produkt liegen bei ProtoPlot3D unter anderem vor:

  • mechanische Prüfungen nach EN 71-1
  • Risikobeurteilungen
  • Material- und Prüfnachweise
  • Nachweise nach EN 71-3
  • Konformitätsunterlagen
  • Alters- und Sicherheitshinweise

Das ist nicht der Teil am 3D-Druck, den man auf Social Media am spektakulärsten zeigen kann. Aber er gehört für uns genauso zum Produkt wie Design, Druck und Verpackung.

Der Kunde sieht zwei ähnliche Figuren – aber nicht denselben Hintergrund

Auf einem Markt können zwei bewegliche Drachen nebeneinander liegen.

Einer kostet vielleicht weniger, der andere etwas mehr. Für den Kunden sehen sie zunächst ähnlich aus.

Was der Kunde nicht sieht, ist der Aufwand im Hintergrund:

  • Materialauswahl
  • Prüfungen
  • Risikobeurteilung
  • Kennzeichnung
  • Rückverfolgbarkeit
  • Qualitätskontrolle
  • Konformitätsunterlagen

Genau deshalb ist ein Preisvergleich nur anhand von Gewicht und Druckzeit oft zu kurz gedacht.

«Noch nie ist etwas passiert» ist kein Sicherheitsnachweis

Auch dieser Satz ist problematisch:

«Ich verkaufe die schon lange und es ist noch nie etwas passiert.»

Das ist kein Ersatz für eine Sicherheitsbewertung.

Professionelle Sicherheitsarbeit bedeutet gerade, mögliche Risiken zu erkennen, bevor etwas passiert.

Nicht jeder 3D-Druck ist automatisch Spielzeug

Wichtig ist auch die andere Seite: Nicht jedes 3D-gedruckte Produkt ist Spielzeug.

Ein Schlüsselanhänger, ein Dekorationsobjekt, ein technisches Bauteil oder ein Firmenprodukt kann je nach Gestaltung und vorgesehener Verwendung anders einzuordnen sein.

Entscheidend ist deshalb nicht, dass etwas aus einem 3D-Drucker kommt. Entscheidend sind Produktgestaltung, Zweck, Präsentation und vorgesehene beziehungsweise vorhersehbare Nutzung.

ProtoPlot3D Swiss Made Schlüsselanhänger mit Drachenlogo
3D-Druck kann viele Produktarten abdecken. Die rechtliche Einordnung hängt vom konkreten Produkt und seiner Verwendung ab.

Auch Händler und Unternehmen tragen Verantwortung

Das Thema betrifft nicht nur Hobby-3D-Drucker.

Auch Händler und Unternehmen können Produkte ins Sortiment nehmen, ohne ausreichend zu prüfen, welche Anforderungen damit verbunden sind.

Gerade wenn ein Produkt offensichtlich für Kinder gedacht ist oder als Spielzeug angeboten wird, reicht es nicht, sich nur auf eine Aussage wie «das Material ist geprüft» zu verlassen.

Die Fragen betreffen das gesamte Produkt.

Warum «ab 3 Jahren» bei ProtoPlot3D bewusst gewählt ist

Unsere entsprechend gekennzeichneten Spielwaren sind für Kinder ab 3 Jahren vorgesehen.

Der dazugehörige Sicherheitshinweis lautet:

Achtung: Kleine Teile. Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet.

Wir möchten Sicherheitsinformationen nicht schöner formulieren als die Realität.

Was Käufer fragen dürfen

Wer 3D-gedrucktes Spielzeug für ein Kind kauft, darf ruhig nachfragen:

  • Für welches Alter ist das Produkt vorgesehen?
  • Wird es tatsächlich als Spielzeug verkauft?
  • Welche Materialnachweise liegen vor?
  • Wurde das fertige Produkt mechanisch beurteilt oder geprüft?
  • Gibt es eine Risikobeurteilung?
  • Wer ist der Hersteller?
  • Ist das Produkt rückverfolgbar?

Ein professioneller Anbieter sollte solche Fragen beantworten können.

Unser Ziel ist nicht, andere 3D-Drucker schlechtzumachen

Es gibt hervorragende 3D-Druck-Unternehmen und Maker, die ihre Produkte sehr sorgfältig entwickeln.

Das Problem ist nicht der 3D-Druck.

Das Problem entsteht dann, wenn Produkte für Kinder verkauft werden, ohne dass sich der Anbieter ausreichend mit den damit verbundenen Anforderungen auseinandersetzt.

Darum sind für uns drei Aussagen besonders wichtig:

Eine STL-Lizenz ist keine Spielzeugprüfung.

Ein EN-71-3-Materialnachweis ist keine Prüfung des fertigen Spielzeugs.

Ein 14+-Aufkleber macht nicht automatisch aus jedem Spielzeug ein Sammlerobjekt.

Swiss Made bedeutet für uns auch Verantwortung

ProtoPlot3D produziert in Oetwil am See in der Schweiz.

Swiss Made bedeutet für uns nicht nur, dass der Drucker in der Schweiz steht.

Wir möchten wissen:

  • welches Material wir verwenden,
  • wie das Produkt aufgebaut ist,
  • welche Risiken betrachtet wurden,
  • welche Hinweise notwendig sind,
  • und welche Nachweise vorliegen.

Genau dadurch wird aus einem schönen Druckteil ein professionell entwickeltes Produkt.

Individuell entwickelter 3D-Druck Schlüsselanhänger-Aufsteller für das Sauriermuseum Bellach
ProtoPlot3D entwickelt und produziert auch individuelle 3D-Druck-Produkte und Präsentationslösungen für Geschäftskunden.

Häufige Fragen zu 3D-gedrucktem Spielzeug

Ist EN-71-3-geprüftes Filament automatisch ein sicheres Spielzeug?

Nein. Der Materialnachweis ist ein wichtiger Baustein, aber das fertige Produkt muss als Ganzes beurteilt werden.

Was behandelt EN 71-1?

EN 71-1 betrifft mechanische und physikalische Eigenschaften von Spielzeug. Bei beweglichen 3D-Druck-Figuren sind solche Aspekte besonders wichtig.

Kann ich eine Figur einfach als «Sammelfigur 14+» verkaufen?

Nicht automatisch. Die Sammler-Ausnahme gilt für bestimmte Produkte und setzt unter anderem eine entsprechende Kennzeichnung voraus. Die tatsächliche Gestaltung und Bestimmung des Produkts bleibt entscheidend.

Gelten die Anforderungen auch auf Märkten und bei kleinen Verkäufern?

Ein kleiner Vertriebsweg macht aus einem Spielzeug kein anderes Produkt. Auch Hersteller, Importeure und Händler haben Pflichten im Bereich Produktsicherheit, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit.

Wo werden ProtoPlot3D-Produkte hergestellt?

ProtoPlot3D produziert in Oetwil am See in der Schweiz.

3D-Druck ist einfach – ein Spielzeugprodukt aufzubauen nicht

Eine Figur zu drucken ist heute vergleichsweise einfach. Und genau das macht 3D-Druck so faszinierend.

Ein Spielzeug für Kinder professionell zu entwickeln und zu verkaufen bedeutet aber mehr:

Design. Materialauswahl. Produktion. Qualitätskontrolle. Dokumentation. Risikobeurteilung. Prüfungen. Kennzeichnung. Rückverfolgbarkeit. Verantwortung.

Erst das Gesamtpaket zählt.

Was Kunden bei ProtoPlot3D kaufen

Wer bei ProtoPlot3D eine entsprechend gekennzeichnete Spielfigur kauft, kauft deshalb nicht einfach ein paar Gramm Filament.

Dahinter stehen Entwicklung, Druckzeit und Handarbeit – aber auch der Aufwand, sich ernsthaft mit Spielzeugsicherheit auseinanderzusetzen.

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Unser Standpunkt

Wir lieben 3D-Druck und freuen uns über jeden, der diese Technologie entdeckt.

Aber wenn aus einem coolen Druck ein Kinderspielzeug wird, beginnt eine andere Verantwortung.

Ob die Figur aus der Schweiz, Deutschland, Portugal oder China kommt, ist dabei nicht die wichtigste Frage.

Die wichtigere Frage lautet:

Hat derjenige, der sie verkauft, seine Verantwortung als Hersteller oder Händler verstanden?

Bei ProtoPlot3D möchten wir diese Frage mit einem klaren Ja beantworten können.

ProtoPlot3D – 3D-gedruckte Spielfiguren aus der Schweiz. Kreativ entwickelt. Dokumentiert. Mit Verantwortung produziert.

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